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Der große KI-Telefonassistenten-Vergleich 2026

Der große Vergleich: smao, fonio.ai, VITAS, IONOS, Placetel, Parloa, telli, Vapi, Retell AI und mehr, mit Preisen, Datenpfaden und Übersichtstabelle.

26. AUGUST 202617 Min. LesezeitVergleiche
Der große KI-Telefonassistenten-Vergleich 2026: 16 Anbieter im Einzelprofil
Der große KI-Telefonassistenten-Vergleich 2026: 16 Anbieter im Einzelprofil

KI-Telefonassistenten 2026: worauf es beim Vergleich ankommt

Ein KI-Telefonassistent nimmt Anrufe an, klärt das Anliegen im Gespräch und übergibt Ticket, Rückrufwunsch oder Weiterleitung strukturiert an dein Team. Er ersetzt keine Mitarbeitenden, sondern fängt ab, was sonst liegen bleibt: Überlauf zu Stoßzeiten, Randzeiten, wiederkehrende First-Level-Fragen.

2026 klingen die meisten Produkte in der Demo ähnlich gut. Die Frage nach der natürlichen Stimme ist weitgehend erledigt, und genau deshalb entscheidet der Vergleich sich woanders: an den Systemen, die das Gespräch tatsächlich verarbeiten, an der Tiefe der Anbindung in CRM und Ticketsystem und an einem Preismodell, das zum eigenen Gesprächsprofil passt. Dazu kommt seit dem 2. August 2026 die EU-KI-Verordnung, deren zentrale Pflichten Transparenz, menschliche Übergabe und Dokumentation für Betreiber verbindlich machen.

Dieser Vergleich stellt 16 Anbieter einzeln vor, jeweils nach demselben Schema: Hauptmerkmale, Preismodell, Datenpfad, Fazit. Am Ende steht eine Übersichtstabelle für den schnellen Vergleich.

Vier Anbietertypen, die man nicht verwechseln sollte

Bevor Preise verglichen werden, lohnt die Einordnung, sonst vergleicht man Zahlen, die nicht dasselbe bedeuten. Der Markt teilt sich in vier Gattungen mit unterschiedlichem Käufer und sehr unterschiedlichem Aufwand:

  • Fachprodukte für den Mittelstand: einsatzbereite Assistenten, die das eigene Team im Dashboard einrichtet (smao, fonio.ai, voiceOne, IONOS).
  • Branchenlösungen: auf eine Branche zugeschnittene Produkte, meist eng an ein Praxis- oder Buchungssystem gekoppelt (VITAS, aaron.ai/Doctolib, cituro).
  • Cloud-Telefonanlagen mit KI-Funktionen: etablierte Telefonie-Produkte, die ihren Kern um KI-Assistenz ergänzen (Placetel AI, CallOne/comdesk). Die KI ist hier ein Modul neben vielen, kein eigenes Produkt, und folgt deshalb der Roadmap des Telefonie-Geschäfts.
  • Enterprise- und Entwickler-Plattformen: Bausteine und Projektplattformen für große Contact-Center oder eigene Entwicklungsteams (Parloa, telli, Synthflow, Vapi, Retell AI, Bland AI, ElevenLabs Agents).
smao Logo

1. smao: Fachprodukt mit vollständig deutschem Datenpfad

smao ist ein einsatzbereites Fachprodukt für den DACH-Mittelstand: Das eigene Team richtet den Assistenten im Dashboard ein und ist in 15 Minuten startklar, ohne Entwicklungsprojekt, ohne Einführungsphase und ohne Setup-Fee. Kein Discovery-Call, kein Angebot, keine Rollout-Planung, bevor der erste Anruf läuft. Und wer nicht allein starten will, muss es nicht: Komplexere Abläufe richtet das smao-Team gemeinsam mit dir ein. Der Unterschied zu den übrigen Fachprodukten liegt an drei Stellen: dem Datenpfad, den Betriebsmodellen und der Plattformtiefe.

So richtest du einen KI-Telefonassistenten mit smao ein

Der Weg vom Konto zum ersten echten Anruf dauert etwa eine Viertelstunde und braucht kein Entwicklungsprojekt. Jeder Schritt läuft im Dashboard, und bei keinem davon bist du auf dich allein gestellt:

  • Konto anlegen: ohne Kreditkarte, mit 50 Freiminuten zum Testen.
  • Wissen hinterlegen: Website, PDFs und FAQs einlesen oder Inhalte direkt pflegen.
  • Anliegen definieren: festlegen, welche Fälle der Assistent selbst klärt und welche er aufnimmt.
  • Eskalation regeln: bestimmen, wann an wen weitergeleitet wird und was als dringend gilt.
  • Zielsystem anbinden: CRM, Ticketsystem oder Kalender verknüpfen, damit Anliegen strukturiert ankommen.
  • Rufnummer verbinden: neue Nummer buchen oder die bestehende Telefonanlage anbinden.
  • Testanruf und live gehen: Gespräch probehören, nachschärfen, freischalten.
  • Auf Wunsch begleitet: Wissensbasis, Eskalationsregeln und Übergaben richtet das smao-Team auf Wunsch gemeinsam mit dir ein, deutschsprachig und ohne Beratungshonorar.

Die Hauptmerkmale von smao im Überblick

  • Einstieg ohne Projekt: keine Discovery-Phase, kein Rollout-Plan, keine Setup-Fee
  • Einrichtung auf Wunsch begleitet: das smao-Team konfiguriert komplexe Abläufe mit dir
  • Unbegrenzt viele Parallelanrufe, und zwar in jedem Tarif
  • Telefon, Chat und E-Mail auf einer gemeinsamen Wissensbasis
  • Inbound und Outbound inklusive Listen und Kampagnen, ab dem Einstiegsmodell
  • Anrufanalysen, die Folge-Workflows auslösen, statt nur Transkripte abzulegen
  • Warm Transfer, konfigurierbare Eskalationsregeln und strukturierte Übergabe ins Zielsystem
  • Zwei Betriebsmodelle: Cloud in Deutschland oder On-Premises auf eigener Infrastruktur
  • White-Label mit eigener Domain, eigenem Branding und eigener Preisgestaltung für Partner
  • Deutschsprachiges Onboarding und deutschsprachiger Support

Integrationen

70+ fertige Integrationen und eine offene API. Abgedeckt sind CRM- und Ticketsysteme, ITSM-Werkzeuge, Kalender und deutsche Telefonanlagen; alles Weitere lässt sich per Webhook oder API anbinden, etwa über Make, Zapier oder n8n.

Entscheidend ist dabei weniger die Zahl als die Art der Übergabe: Anliegen, Kontaktdaten, Dringlichkeit und Zusammenfassung landen als strukturierte Felder im Zielsystem, nicht als loses Transkript im Postfach.

Was kostet smao?

smao veröffentlicht seine Preise. Der Minutenpreis enthält KI-Modelle und Telefonie:

  • Pay as you Go: ab 0,35 €/Min. Ohne Grundgebühr, ohne Mindestlaufzeit, ohne Setup-Fee.
  • Feste Tarife: ab 249 €/Monat. Bei jährlicher Abrechnung, mit enthaltenem Minutenkontingent für planbares Volumen.
  • Parallelanrufe: unbegrenzt, in jedem Tarif. Auch im Pay as you Go, ohne Aufpreis und ohne Staffelung.
  • Test: 50 Freiminuten. Ohne Kreditkarte und ohne Setup-Fee.

Datenschutz & Compliance

Die Gesprächsverarbeitung läuft ohne OpenAI und ohne US-KI-Subprozessoren, gehostet in Deutschland, auf eigener Codebasis. Kundendaten fließen in kein KI-Training. Für Prüfungen liegen AVV, technische und organisatorische Maßnahmen sowie ein Lösch- und Aufbewahrungskonzept vor. Die ISO-27001-Zertifizierung läuft, angepeilt ist der Abschluss im ersten Quartal 2027; bis dahin führen wir sie hier bewusst nicht als vorhandenen Nachweis, sondern als laufendes Vorhaben mit Zieltermin.

Wer das Gespräch nicht in einer fremden Cloud verarbeiten lassen will, kann smao projektbezogen vollständig auf eigener Infrastruktur betreiben. Das ist im gesamten Vergleichsfeld die einzige On-Premises-Option und auch für reine Cloud-Kunden ein Signal: Wer sein Produkt in einer fremden Umgebung betreiben kann, kontrolliert seinen eigenen Stack.

Was das ausdrücklich nicht heißt: dass smao „100 % DSGVO-sicher“ wäre. Solche Zusagen sind ein Warnsignal, egal wer sie ausspricht, denn die datenschutzrechtliche Bewertung hängt immer vom konkreten Einsatz ab.

Kundenbewertungen und Nutzung

  • 4,6/5 Sterne auf OMR Reviews
  • 550+ aktive Assistenten im produktiven Einsatz
  • 150k+ Minuten pro Monat über alle Kunden hinweg

Fazit

Die passende Wahl für KMU und Mittelstand im DACH-Raum, die Telefonprozesse selbst konfigurieren wollen, schnell produktiv sein müssen und US-Anbieter im Datenpfad ausschließen. Der Einstieg kostet kein Projekt, und wer Unterstützung braucht, bekommt sie vom Team statt vom Ticketsystem. Der Betrieb auf eigener Infrastruktur wird von keinem anderen Anbieter in diesem Feld angeboten. Für ein Contact-Center mit eigenem Routing-Regelwerk über hunderte Agents ist smao dagegen nicht gebaut.

Ein Detail, das erst im Betrieb auffällt: Parallelanrufe sind bei smao unbegrenzt, und zwar in jedem Tarif. Genau dafür schafft man sich einen Telefonassistenten an: Der Montagmorgen, an dem zwanzig Leute gleichzeitig anrufen, ist der Grund für das Projekt und nicht die Ausnahme. Die Entwickler-Plattformen in diesem Vergleich veröffentlichen dagegen feste Grenzen im Einstieg: fünf gleichzeitige Anrufe bei Synthflow, zehn bei Vapi, zwanzig bei Retell AI. Wer darüber hinaus will, verhandelt.

fonio.ai Logo

2. fonio.ai: der direkteste Vergleichspunkt aus Österreich

fonio.ai ist ein Wiener Anbieter, der dieselbe Zielgruppe mit einem ähnlich schnellen No-Code-Setup adressiert, und damit der nächstliegende Vergleich. Im September 2025 hat fonio den Linzer Wettbewerber fluently im Asset-Deal übernommen und rund 450 Kunden migriert; fluently ist deshalb kein eigenständiges Produkt mehr, auch wenn es in manchen Vergleichslisten noch separat auftaucht.

Hauptmerkmale

  • KI-Telefonassistent für KMU, No-Code-Setup über die fonio-App
  • Inbound-Fokus; Outbound laut Anbieter erst ab höherem Tarif
  • WhatsApp als kostenpflichtiges Add-on
  • Wissensbasis, Variablen, Webhooks und Wenn-Dann-Regeln
  • Videobasiertes Onboarding
  • Refer- und Resell-Provisionsmodelle für Partner

Integrationen

Kalender- und CRM-Anbindungen sowie Make, Zapier und n8n für alles Weitere. Ob SIP zur Verfügung steht, hängt laut Anbieter vom gewählten Tarif ab.

Preismodell

fonio rechnet in Monatspaketen mit enthaltenem Minutenkontingent ab:

  • Solo: ab 99 €/Monat. Einstiegspaket für einzelne Standorte.
  • Team: ab 299 €/Monat. Größeres Kontingent und erweiterter Funktionsumfang.
  • Business: ab 799 €/Monat. Für hohes Volumen.
  • Vor dem Vergleich prüfen, ab welchem Tarif Outbound, SIP und WhatsApp enthalten sind: Der Einstiegspreis allein sagt hier wenig.

Datenschutz & Compliance

fonio hostet seine Infrastruktur in Deutschland, setzt in der Gesprächsverarbeitung laut eigenem Auftragsverarbeitungsvertrag aber US-KI-Anbieter ein, vertraglich über EU-Regionen abgesichert. Positiv hervorzuheben: fonio dokumentiert das im AVV transparent, was in diesem Markt nicht selbstverständlich ist.

Fazit

Ein solides Fachprodukt für KMU im DACH-Raum, die schnell starten wollen und mit US-KI-Anbietern im Datenpfad leben können. Wer beim Datenpfad eine harte Anforderung hat, vergleicht an dieser Stelle nicht mehr Funktionen.

voiceOne Logo

3. voiceOne: Fokus auf Betriebe mit hohem Anrufaufkommen

voiceOne ist ein Produkt der OneAI UG aus Bamberg und richtet sich an deutsche KMU mit hohem Telefonaufkommen: Arztpraxen, Handwerksbetriebe, Restaurants, Fitnessstudios.

Hauptmerkmale

  • KI-Telefonassistent für Betriebe mit vielen gleichartigen Anrufen
  • Modularer Aufbau: Assistent für eingehende Anrufe, Rückruf-Modul, Outbound-Assistent, E-Mail-Agent
  • Zielgruppen von der Arztpraxis über Handwerk bis zu Gastronomie und Fitnessstudios
  • Deutscher Anbieter aus Bamberg mit deutschsprachigem Support
  • Kostenlose Testphase

Preismodell

Eine niedrige Grundgebühr, die benötigten Funktionen kommen als Module dazu:

  • Grundgebühr: ab ca. 29 €/Monat
  • Rückruf-Modul (MultiCall): ca. 32 €/Monat
  • Outbound-Assistent (PersonalAssistant): ca. 54 €/Monat
  • E-Mail-Agent: ca. 129 €/Monat
  • Der Einstiegspreis ist damit einer der niedrigsten im Feld; die tatsächliche Rechnung entsteht aber erst aus der Summe der benötigten Module.

Datenschutz & Compliance

Zum Datenpfad und zu den eingesetzten KI-Modellen macht der Anbieter auf den öffentlichen Seiten keine detaillierten Angaben. Wer diese Frage beantworten muss, sollte sie vor dem Test schriftlich stellen.

Fazit

Interessant für kleine und mittlere Betriebe mit klar umrissenen, wiederkehrenden Anliegen, die modular einsteigen und später erweitern wollen. Vor dem Abschluss lohnt es, den Gesamtpreis über alle benötigten Module zu rechnen statt über die Grundgebühr.

IONOS Logo

4. IONOS: der günstigste Einstieg, mit einer Preisfalle

Der IONOS KI-Telefonassistent ist auf Selbstständige und kleine Unternehmen zugeschnitten und hat den niedrigsten Einstiegspreis im Feld. Der wichtigste Unterschied steckt allerdings nicht in der Höhe des Preises, sondern in seiner Einheit.

Hauptmerkmale

  • Rund um die Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen
  • Wissensbasis wird automatisch aus der eigenen Website aufgebaut, eigene Unterlagen ergänzbar
  • Bis zu 14 verschiedene Stimmen
  • Terminbuchung über Google Kalender, Outlook, Cal.com oder Calendly
  • Weiterleitung an hinterlegte Ansprechpartner, Anzahl je nach Tarif
  • CRM-Anbindung per API ab dem Pro-Tarif
  • Einrichtung laut Anbieter in unter 15 Minuten

Preismodell

Drei Tarife laut Produktseite, der erste Monat gratis, monatlich kündbar:

  • Flex: 39 €/Monat. 30 Anrufe inklusive, danach 0,49 € je Anruf, eine Weiterleitung.
  • Flex Pro: 69 €/Monat. 100 Anrufe inklusive, danach 0,39 € je Anruf, fünf Weiterleitungen.
  • All-Flat Advanced: 99 €/Monat. Alle Anrufe inklusive, unbegrenzte Weiterleitungen.
  • Achtung Abrechnungseinheit: IONOS rechnet pro Anruf ab, nicht pro Minute. Ein Achtminutengespräch kostet so viel wie ein Anrufer, der nach zwanzig Sekunden auflegt.
  • Zeitweise werben Vergleichsportale mit abweichenden Aktionspreisen: Den aktuellen Stand direkt auf der Produktseite prüfen.

Datenschutz & Compliance

IONOS wirbt mit deutschen Rechenzentren und DSGVO-Konformität. Welche KI-Modelle in der Gesprächsverarbeitung eingesetzt werden, geht aus den öffentlichen Produktseiten nicht hervor. Das zeigt gut, warum der Hosting-Standort allein die Souveränitätsfrage nicht beantwortet: Serverstandort und Verarbeitungskette sind zwei verschiedene Angaben.

Fazit

Für Selbstständige und sehr kleine Teams mit überschaubarem Anrufaufkommen der günstigste und schnellste Einstieg im Feld. Mit wachsendem Volumen, mehreren Kanälen oder tieferer Systemanbindung stößt das Produkt an seine Grenzen.

VITAS Logo

5. VITAS: KI-Anrufannahme für Praxen, MVZ und Kliniken

VITAS aus Nürnberg ist auf das Gesundheitswesen zugeschnitten: Arztpraxen, MVZ und Kliniken. Der Anbieter betreibt dafür telefonassistent.de mit Anwendungsfällen, die es sonst nirgends im Feld gibt, etwa Rezeptbestellung und Überweisung. Andere Branchen lassen sich ebenfalls abbilden, die Tiefe liegt aber erkennbar in der Praxis.

Hauptmerkmale

  • Auf Praxisabläufe zugeschnitten: Terminvergabe, Rezeptbestellung, Überweisung
  • Strukturierte Anruferfassung statt loser Notizen
  • Referenzen aus dem Gesundheitswesen, darunter Kassenärztliche Bundesvereinigung und Asklepios
  • Verarbeitung laut Anbieter ausschließlich auf deutschen Servern
  • Abrechnung nach Konversationen statt nach Minuten
  • 30 Tage kostenlose Testphase, monatliche oder jährliche Laufzeit

Preismodell

Drei öffentliche Tarife, jeweils mit Grundgebühr plus Preis je Konversation:

  • Flex: ab 69 €/Monat. Zuzüglich 0,28 € je Konversation.
  • Basic: ab 98 €/Monat. Inklusive 500 Konversationen, danach 0,25 € je Konversation.
  • Plus: ab 245 €/Monat. Inklusive 1.500 Konversationen, danach 0,20 € je Konversation.
  • Wie bei jeder Abrechnung pro Konversation gilt: Ein langes Gespräch kostet so viel wie ein kurzes: günstig bei komplexen Anliegen, teuer bei vielen Kurzanrufen.

Datenschutz & Compliance

Verarbeitung auf deutschen Servern, laut Anbieter ohne US-amerikanische Drittanbieter, dazu ISO 27001 und ein BSI-C5-Testat seit März 2026. In der Souveränitätsfrage ist VITAS damit der ernsthafteste Wettbewerber in diesem Vergleich, und das gehört genauso deutlich gesagt wie die eigenen Stärken.

Fazit

Für Praxen, MVZ und Kliniken eine belastbare Wahl, besonders wenn Rezeptbestellung und Überweisung mit abgedeckt werden sollen und eine Zertifizierungslage schriftlich vorliegen muss. Wer außerhalb des Gesundheitswesens arbeitet oder Chat und E-Mail auf derselben Wissensbasis, Outbound-Kampagnen oder einen Betrieb auf eigener Infrastruktur braucht, sollte den Funktionsumfang gegen die eigene Anforderungsliste halten.

Doctolib Logo

6. aaron.ai (Doctolib): Branchenlösung für Praxen

aaron.ai war lange der bekannteste Telefonassistent für Arztpraxen und wurde 2024 von Doctolib übernommen. Der Assistent läuft heute als KI-Telefonassistent von Doctolib und ist in dessen Plattform integriert; als eigenständiges Produkt gibt es ihn nicht mehr. Wer ihn in einem Vergleich noch mit „geplanter Doctolib-Integration“ findet, liest einen veralteten Stand.

Hauptmerkmale

  • Auf Praxisabläufe zugeschnitten: Terminvergabe, Rezeptbestellung, Anliegenerfassung
  • Tief in das Doctolib-Ökosystem integriert
  • Nach Anbieterangaben die größte installierte Basis im Segment mit rund 16.000 Behandelnden
  • Etwa drei Millionen Anrufe pro Monat

Preismodell

Ab etwa 119 €/Monat je Behandler oder Behandlerin. Die Nutzung setzt das Doctolib-Ökosystem voraus, der Preis ist also im Kontext der übrigen Doctolib-Kosten zu bewerten, nicht isoliert.

Datenschutz & Compliance

Die umfangreichste Zertifizierungslage im gesamten Vergleich: BSI C5 Typ 2, ISO 27001 und ISO 27701, dazu die französische HDS-Zertifizierung für das Hosting von Gesundheitsdaten. Im Gesundheitsbereich ist genau das das entscheidende Kriterium. Welche KI-Modelle im Gespräch eingesetzt werden, weist der Anbieter öffentlich nicht im Detail aus.

Fazit

Für Praxen und Gesundheitseinrichtungen, die ohnehin mit Doctolib arbeiten, die naheliegende Lösung. Für alle anderen Branchen ist sie schlicht nicht gebaut, und die Bindung an ein Ökosystem ist eine strategische Entscheidung, keine Produktentscheidung.

cituro Logo

7. cituro: Terminbuchung zuerst, KI als Erweiterung

cituro ist in erster Linie ein deutsches Online-Terminbuchungssystem; der KI-Telefonassistent ist eine Erweiterung, die telefonische Terminvergabe rund um die Uhr abdeckt. Das erklärt Stärke und Grenze zugleich.

Hauptmerkmale

  • Online-Terminbuchung mit unbegrenzten Buchungen, Kundenverwaltung, Erinnerungen und Statistiken
  • KI-Telefonassistent für die telefonische Terminvergabe ohne Tastenmenüs
  • Kalendersynchronisation mit Google Calendar und Office 365 ab dem Standard-Tarif
  • Schwerpunkt Gesundheit, Fitness und Beauty

Preismodell

Vier Tarife plus Enterprise, gestaffelt nach Funktionsumfang:

  • Basic: 17 €/Monat. Ein buchbarer Kalender, unbegrenzte Buchungen, Kundenverwaltung.
  • Standard: 25 €/Monat. Zusätzlich Synchronisation mit Google Calendar und Office 365.
  • Weitere Stufen bis 56 €/Monat, dazu ein Enterprise-Tarif auf Anfrage.
  • Zusätzliche Kalender: 4 bis 7 €/Monat je Ressource. Wird bei mehreren Mitarbeitenden schnell zum Hauptposten.

Datenschutz & Compliance

Zum Datenpfad des KI-Telefonassistenten und zu den eingesetzten Modellen macht der Anbieter auf den öffentlichen Seiten keine detaillierten Angaben.

Fazit

Sinnvoll für Termin-getriebene Betriebe, die ohnehin ein Buchungssystem brauchen und die telefonische Terminvergabe gleich mitautomatisieren wollen. Als allgemeiner Telefonassistent für Serviceanliegen jenseits von Terminen ist cituro nicht gedacht.

Placetel Logo

8. Placetel AI: stark, wenn die Telefonie im Mittelpunkt steht

Placetel AI ist die KI-Erweiterung einer etablierten Cloud-Telefonanlage aus Köln und spielt ihre Stärke dort aus, wo Telefonie ohnehin das Zentrum ist. Bemerkenswert: Eine Placetel-Telefonanlage ist laut Anbieter keine Voraussetzung, das Produkt arbeitet auch mit gängigen anderen Telefonielösungen zusammen.

Hauptmerkmale

  • KI-Assistent für Telefon, WhatsApp und Live-Chat aus einer Oberfläche
  • Terminvereinbarung im Gespräch mit Verfügbarkeitsprüfung in Echtzeit
  • Wissensbasis aus Website, PDFs und FAQs; meldet fehlende Informationen zurück
  • Automatische Nachbearbeitung: Zusammenfassungen, CRM-Einträge, Tickets, Bestätigungen
  • Prompts über die Oberfläche frei definierbar
  • Funktioniert laut Anbieter mit allen gängigen Telefonanlagen, nicht nur mit Placetel

Integrationen

Über make.com und n8n stehen laut Anbieter mehr als 2.500 Integrationen zur Verfügung. Das ist die breiteste Anbindung im Feld, läuft aber über Automatisierungsplattformen statt über native Fachintegrationen, ein Unterschied, der bei Wartung und Fehlersuche zählt.

Preismodell

Zwei Posten, die zusammengehören:

  • Grow: ab 69 €/Monat. 750 Minuten inklusive.
  • AI-Rufnummer: 9 €/Monat. Zusätzlich erforderlich.
  • Beide Posten gehören in die Rechnung, sonst vergleicht man einen unvollständigen Preis.

Datenschutz & Compliance

Placetel nennt „Made in Germany“ und europäische Rechenzentren, weist auf den öffentlichen Produktseiten aber nicht aus, welche KI-Modelle das Gespräch verarbeiten. Wer diese Frage beantworten muss, sollte sie vor dem Test schriftlich stellen.

Fazit

Die naheliegende Wahl, wenn Telefonie und KI aus einer Hand kommen sollen, besonders wenn die Telefonanlage ohnehin zur Ablösung ansteht. Der Kanalmix aus Telefon, WhatsApp und Live-Chat ist einer der breitesten im Feld.

Einordnen sollte man dabei, was man kauft: Placetel AI ist die KI-Erweiterung einer Telefonanlage, nicht ein eigenständig entwickeltes Voice-AI-Produkt. Für Unternehmen, deren Anforderungen sich mit den Standardfällen decken, ist das völlig ausreichend und spart einen zweiten Vertrag. Wer die Gesprächs-KI dagegen zum tragenden Prozess machen will, sollte fragen, wie schnell sie sich unabhängig von der Telefonie-Roadmap weiterentwickelt.

CallOne (comdesk) Logo

9. CallOne (comdesk): Telefonanlage mit VoiceBot

CallOne ist ein deutscher Telefonie-Anbieter, der inzwischen unter dem Namen comdesk firmiert und nach eigenen Angaben rund 3.000 Kunden betreut. Der VoiceBot ergänzt Cloud-Telefonanlage und Callcenter-Software.

Hauptmerkmale

  • Cloud-Telefonanlage und Callcenter-Software als Basis, VoiceBot als Ergänzung
  • Übernimmt häufige Anliegen: Weiterleitung, FAQ-Antworten, Rückrufwünsche
  • Laut Anbieter bis zu 150 parallele Anrufer
  • Entwicklung, Betrieb und Hosting in Deutschland in zertifizierten Rechenzentren
  • Rund 3.000 Kunden nach eigenen Angaben

Preismodell

Anlage und KI werden getrennt kalkuliert:

  • Cloud-Telefonanlage: ab 4,95 €/Nutzer/Monat. Bei mindestens zehn Nutzern, monatlich kündbar.
  • VoiceBot: auf Anfrage. Die Kosten richten sich nach Umfang, Anrufvolumen und Funktionsumfang; einen öffentlichen Listenpreis für den KI-Teil gibt es nicht.

Datenschutz & Compliance

Ein aufschlussreicher Fall: Die Daten werden laut Anbieter in deutschen Rechenzentren verarbeitet und verschlüsselt, der VoiceBot basiert dabei aber auf ChatGPT-Technologie von OpenAI. Deutsches Hosting und ein US-Sprachmodell im Gespräch schließen einander nicht aus, und genau deshalb ist die Frage nach dem Modell eine andere als die nach dem Serverstandort.

Fazit

Passend für Unternehmen, die Telefonanlage, Callcenter-Funktionen und KI aus einer Hand beziehen wollen und mit OpenAI in der Verarbeitung leben können.

Auch hier gilt die Einordnung: Der VoiceBot ergänzt das Telefonie-Geschäft, er wird nicht als eigenes Produkt vermarktet. Ablesen lässt sich das am Preis, denn für die Anlage gibt es einen Listenpreis, für den KI-Teil nur ein Angebot nach Aufwand. Wer vorab kalkulieren oder kurzfristig testen will, braucht dafür erst ein Gespräch.

Parloa Logo

10. Parloa: Enterprise-Plattform für große Contact-Center

Parloa ist eine AI Agent Management Platform für Enterprise-Contact-Center und spielt damit in einer anderen Liga als die Fachprodukte in diesem Vergleich, mit allem, was das an Möglichkeiten und an Aufwand bedeutet.

Hauptmerkmale

  • Plattform zum Entwerfen, Testen und Betreiben von KI-Agenten im Contact-Center
  • Einführung als Enterprise-Projekt mit Design-, Test- und Rollout-Phase
  • Hohe Skalierbarkeit und ausgeprägte Governance-Funktionen
  • Ausgelegt auf viele Skill-Gruppen und komplexe Routing-Regelwerke

Integrationen

Anbindung an Contact-Center-Infrastruktur, CRM- und Backendsysteme im Rahmen des Einführungsprojekts. Integrationen sind hier kein Klick im Dashboard, sondern Teil des Projektumfangs.

Preismodell

Parloa setzt auf individuelle Enterprise-Angebote und arbeitet in der Regel mit jährlicher Vertragsbindung. Öffentliche Preise gibt es nicht.

In anderen Vergleichsartikeln kursieren konkrete Jahrespreise für Parloa. Das sind Schätzungen Dritter und keine Anbieterangabe, deshalb nennen wir hier bewusst keine Zahl.

Datenschutz & Compliance

Betrieb auf Microsoft Azure, Gesprächsverarbeitung mit dem Azure OpenAI Service. Das ist innerhalb eines europäischen Azure-Rahmens vertraglich gut abbildbar, bleibt aber ein US-Sprachmodell in der Verarbeitungskette.

Fazit

Die richtige Wahl für große Contact-Center mit eigenem Routing-Regelwerk, vielen Skill-Gruppen und einem Budget für die Einführung. Für ein Fachteam, das Überlauf und Randzeiten abfangen will, ist der Projektaufwand unverhältnismäßig.

telli Logo

11. Telli: Anrufautomatisierung mit EU-Infrastruktur

Telli automatisiert eingehende und ausgehende Telefonie für Unternehmen mit hohem oder zeitkritischem Anrufaufkommen. Anders als die Fachprodukte weiter oben wird es nicht im Self-Service gebucht, sondern nach einem Gespräch individuell zugeschnitten.

Hauptmerkmale

  • Inbound und Outbound aus einer Plattform, ausgelegt auf hohes Anrufvolumen
  • Einsatzfelder von der 24/7-Anrufannahme über Lead-Qualifizierung und Terminvereinbarung bis zu Zahlungserinnerungen und Nachfasskampagnen
  • Agenten laut Anbieter in Minuten erstellt, über Vorlagen oder frei definierte Prompts und Regeln
  • Gesprächsziel, Dialoglogik, Tonalität und Integrationen je Agent konfigurierbar

Preismodell

Keine öffentlichen Standardpreise. Die Konditionen richten sich nach Anzahl der Agenten und Gesamtvolumen; ein Angebot gibt es nach einem Beratungsgespräch. Für einen schnellen Vergleich oder einen Test ohne Vertriebskontakt ist das ein Hindernis, für individuell zugeschnittene Volumina kann es der passendere Weg sein.

Datenschutz & Compliance

Telli führt DSGVO-Konformität sowie SOC-2- und HIPAA-Zertifizierungen und gibt an, die Sprachmodelle hinter EU-Infrastruktur zu betreiben. Das ist mehr Substanz als bei den Anbietern, die nur den Serverstandort nennen, bleibt aber hinter einer Offenlegung der konkreten Modelle zurück: Welche Modelle in der Gesprächsverarbeitung laufen, geht aus den öffentlichen Seiten nicht hervor.

Fazit

Interessant für Unternehmen mit hohem, planbarem Anrufvolumen, die eine begleitete Einführung wollen und Wert auf EU-Infrastruktur legen. Wer heute testen und morgen live gehen will, ohne vorher ein Vertriebsgespräch zu führen, ist bei den Self-Service-Fachprodukten schneller.

Synthflow AI Logo

12. Synthflow AI: internationale Plattform, neu sortierte Preise

Synthflow ist eine internationale Voice-AI-Plattform mit No-Code-Oberfläche, die vor allem im englischsprachigen Markt und bei Agenturen verbreitet ist. Wichtiger als die Funktionsliste ist 2026 der Hinweis auf die Preisstruktur.

Hauptmerkmale

  • No-Code-Flow-Designer, Wissensbasen, Stimmenauswahl und Integrationen
  • Self-Service-Einstieg ohne Zahlungsmittel möglich
  • SIP-Trunking, White-Label und Reseller-Werkzeuge im Enterprise-Rahmen
  • Schwerpunkt englischsprachiger Markt, verbreitet bei Agenturen

Preismodell

Seit 2026 gibt es nur noch zwei Wege:

  • Pay-as-you-go: ab 0 $/Monat. Komponentenbasierte Abrechnung, fünf parallele Anrufe, unbegrenzte Agenten.
  • Enterprise: ab ca. 30.000 $/Jahr. Laut öffentlich einsehbaren Angaben, mit SLA, SIP-Trunking und White-Label.
  • Veraltete Angaben im Umlauf: Die früheren Stufen von 29 bis 899 $/Monat gibt es nicht mehr. Wer sie in einem Vergleich findet, liest einen alten Stand.

Datenschutz & Compliance

Der Anbieter führt SOC 2, DSGVO und ISO 27001 als Compliance-Rahmen. Zu einer EU-Datenresidenz und zu den konkret eingesetzten Modellen in der Gesprächsverarbeitung liegen keine belastbaren öffentlichen Angaben vor.

Fazit

Interessant für Agenturen und internationale Teams, die viele Assistenten aufsetzen und den englischsprachigen Markt bedienen. Für den deutschsprachigen Mittelstand mit Souveränitätsanforderung ist der Sprung von Pay-as-you-go zu Enterprise ein harter Bruch in der Kalkulation.

Vapi Logo

13. Vapi: Entwickler-Plattform mit ehrlicher Minutenrechnung

Vapi ist eine API-first-Plattform, aus der ein technisches Team einen eigenen Voice Agent baut und betreibt. Der oft zitierte Minutenpreis ist dabei nur ein Teil der Rechnung.

Hauptmerkmale

  • API-first mit SDKs, Webhooks und SIP
  • Freie Wahl der Modelle für Spracherkennung, Sprachmodell und Sprachsynthese
  • Eigene API-Schlüssel der Modellanbieter nutzbar, dann direkte Abrechnung mit diesen
  • Standardmäßig zehn parallele Anrufe je Konto, sehr hohe Skalierung möglich

Preismodell

Der oft zitierte Minutenpreis ist nur ein Teil der Rechnung:

  • Orchestrierung: ab ca. 0,05 $/Min. Die Plattformgebühr, die überall zitiert wird.
  • Tatsächlich ca. 0,07 bis 0,25 $/Min: je nach gewählten Modellen und Stimmen.
  • Separat: Spracherkennung, Sprachmodell, Sprachsynthese und Telefonie.
  • Nicht auf der Rechnung, aber real: die eigene Entwicklungs- und Wartungszeit, oft der größte Posten.

Datenschutz & Compliance

Die eingesetzten Modelle wählt das aufbauende Team selbst, damit liegt die Verantwortung für den Datenpfad bei dir und nicht beim Anbieter. Das ist ein Vorteil für Teams, die genau das wollen, und ein Risiko für alle, die es nebenbei mitentscheiden.

Fazit

Die richtige Wahl für Entwicklerteams, die Voice AI in ein eigenes Produkt einbetten und die Modellwahl kontrollieren wollen. Für ein Fachteam ohne Engineering-Kapazität ist es der teuerste Weg zu einem Telefonassistenten.

Retell AI Logo

14. Retell AI: Infrastruktur für Sprachagenten

Retell AI ist wie Vapi eine Plattform für selbst gebaute Sprachagenten, positioniert sich aber ausdrücklich als eigens für Echtzeit-Telefonie gebaute Infrastruktur statt als umgebautes Chatbot-System. Telefonie ist mitgeliefert, nicht angeflanscht.

Hauptmerkmale

  • Voice-Agent-Infrastruktur mit integrierter Telefonie
  • Auf Call-Center-Anwendungen ausgelegt, international ausgerichtet
  • Freie Wahl von Sprachmodell und Sprachsynthese, inklusive Premium-Stimmen von ElevenLabs oder OpenAI
  • 20 parallele Anrufe im Einstieg ohne Aufpreis

Preismodell

Zwei Wege, ohne feste Plattformgebühr:

  • Pay as you go: ab 0,07 $/Min. Darin 0,055 $ Sprachinfrastruktur und 0,015 $ plattformeigene Sprachsynthese; mit Premium-Stimmen rund 0,08 $.
  • Realistisch 0,13 bis 0,31 $/Min. Sobald Sprachmodell, Sprachsynthese und Telefonie dazukommen.
  • Enterprise: auf Anfrage. Mit Volumenkonditionen.
  • Zum Testen: 10 $ Startguthaben und 20 parallele Anrufe.

Datenschutz & Compliance

Wie bei Vapi bestimmt das aufbauende Team die Modelle und trägt damit die Verantwortung für den Datenpfad. Der Anbieter selbst ist international ausgerichtet; eine EU-Datenresidenz für die Gesprächsverarbeitung weist er öffentlich nicht als Standard aus.

Fazit

Die naheliegende Alternative zu Vapi, wenn Telefonie im Zentrum steht und nicht nachgerüstet werden soll. Die Preisstruktur ist transparenter als bei vielen Wettbewerbern, die Gesamtkosten liegen aber auch hier deutlich über dem beworbenen Einstiegssatz.

Bland AI Logo

15. Bland AI: international, stark auf Volumen ausgelegt

Bland AI ist eine US-Plattform für Voice Agents mit Fokus auf hohe Volumina und starke Skalierung, verbreitet vor allem bei international arbeitenden Teams.

Hauptmerkmale

  • Voice-Agent-Plattform mit Fokus auf Skalierung und hohe Anrufvolumina
  • Sprach-Cloning und breite Stimmenauswahl
  • Enterprise-Option mit dedizierter Infrastruktur und Priority-Support
  • Globale Ausrichtung, englischsprachige Dokumentation

Preismodell

Minutenbasiert mit Zusatzposten:

  • Standardrate: ca. 0,09 $/Min für Gespräche.
  • Effektiv bis ca. 0,14 $/Min je nach Tarif und Konfiguration, zuzüglich monatlicher Plattformgebühr.
  • Separat berechnet: SMS, Sprachsynthese, Weiterleitungen und Integrationen.
  • Enterprise: auf Anfrage, mit Volumenkonditionen.

Datenschutz & Compliance

Verarbeitung außerhalb der EU mit US-Modellanbietern in der Kette. Für Unternehmen mit Souveränitätsanforderung ist das kein Kandidat, was der Anbieter selbst auch nicht behauptet.

Fazit

Sinnvoll für international arbeitende Teams mit hohem Outbound-Volumen und eigener technischer Betreuung. Für den deutschsprachigen Mittelstand mit Datenschutzprüfung im Beschaffungsprozess ist die Konstellation schwierig.

ElevenLabs Logo

16. ElevenLabs Agents: ein Baukasten, kein fertiges Produkt

ElevenLabs Agents gehört in diesen Vergleich, weil viele Teams über die exzellente Sprachsynthese darauf stoßen und dabei die Produktgattung verwechseln. Das ist keine fertige Telefonlösung, sondern eine Entwickler-Plattform.

Hauptmerkmale

  • API-first mit SDKs, Webhooks und SIP
  • Technische Bausteine wie Transfer und Batch Calling statt fertiger Telefonprozesse
  • Sehr hohe Sprachsynthese-Qualität und große Stimmenauswahl
  • White-Label nur über Drittplattformen
  • Englischsprachige Dokumentation, Enterprise-SLAs

Integrationen

API-first mit SDKs, Webhooks und SIP-Anbindung. Fachintegrationen für den DACH-Toolstack entstehen entwicklerseitig; fertige Konnektoren für deutsche CRM-, Ticket- oder Telefoniesysteme gibt es nicht.

Preismodell

Abrechnung in USD-Minutenpaketen, wobei LLM- und Telefoniekosten laut Preisseite separat anfallen. Für einen belastbaren Vergleich gehören diese Posten plus die eigene Entwicklungs- und Wartungszeit in die Rechnung, sonst vergleicht man einen Plattformpreis mit einem Produktpreis.

Datenschutz & Compliance

Klar dokumentiert und klar außerhalb des souveränen Rahmens: Verarbeitung laut Anbieter in den USA, der EU oder Singapur, LLMs von OpenAI, Anthropic und Google als Subprozessoren, EU-Datenresidenz an Enterprise-Bedingungen geknüpft. Diese Offenheit ist ein Pluspunkt gegenüber Anbietern, die dazu gar nichts sagen.

Fazit

Die richtige Wahl für Teams mit Engineering-Kapazität, die Voice AI in ein eigenes Produkt einbetten wollen; in der Flexibilität ist die Plattform den Fachprodukten überlegen. Für ein Fachteam, das Überlauf und Randzeiten abfangen will, ist sie der teuerste Weg zum Ziel.

Zusammenfassung und Übersicht

Das war's. Sechzehn Anbieter, vier Produktgattungen, ein Markt, der 2026 nicht mehr an der Stimme auseinanderfällt, sondern an drei Dingen: der Abrechnungseinheit, der Zielgruppe und dem Datenpfad. Hier die Quintessenz.

Preismodelle und Einstiegshürden

Der teuerste Fehler beim Preisvergleich ist, nur auf die Zahl zu schauen. Entscheidend ist, worauf sie sich bezieht, denn im Feld stehen drei Abrechnungseinheiten nebeneinander, die bei identischem Anrufaufkommen zu sehr verschiedenen Rechnungen führen:

  • Pro Anruf (IONOS): Der Anrufer, der nach zwanzig Sekunden auflegt, kostet so viel wie die achtminütige Beratung.
  • Pro Konversation (VITAS): dieselbe Logik, dieselbe Wirkung bei vielen Kurzanrufen.
  • Pro Minute (smao, fonio.ai, Placetel, die Entwickler-Plattformen): Du zahlst, was tatsächlich gesprochen wird.

Was im Minutenpreis steckt, und was nicht

smao rechnet ab 0,35 € pro Minute ab, ohne Grundgebühr, ohne Mindestlaufzeit, ohne Setup-Fee. Wichtiger als die Zahl ist, was sie enthält: KI-Modelle und Telefonie sind drin.

Bei den Entwickler-Plattformen ist der beworbene Minutenpreis dagegen nur die Orchestrierung. Vapi nennt 0,05 US-Dollar und landet real bei 0,07 bis 0,25, Retell AI nennt 0,07 und landet bei 0,13 bis 0,31, sobald Spracherkennung, Sprachmodell, Sprachsynthese und Telefonie dazukommen. Am oberen Ende sind das rund 0,29 € pro Minute, und darin steckt noch keine Minute Entwicklungszeit. Wer die Gesamtrechnung aufmacht statt den Einstiegssatz zu vergleichen, sieht ein anderes Bild als die Preisseite.

Auf der anderen Seite stehen die Grundgebühr-Modelle: VITAS ab 69 € im Monat plus 0,28 € je Konversation, voiceOne ab 29 € plus Module, die einzeln 32, 54 und 129 € kosten, Placetel ab 69 € plus 9 € für die AI-Rufnummer, cituro ab 17 € plus 4 bis 7 € je zusätzlichem Kalender. Alle rechnen Bereitschaft ab, nicht Nutzung. Für planbares Volumen ist das in Ordnung. Für schwankendes Aufkommen zahlst du in ruhigen Monaten für nichts.

Die Zahl, die in kaum einer Preistabelle steht

Gleichzeitige Anrufe. Im Betrieb ist das die Zahl, die entscheidet, ob der Assistent das Problem löst oder nur verschiebt, denn der Montagmorgen mit zwanzig Anrufern gleichzeitig ist der Grund für die Anschaffung und nicht die Ausnahme.

Bei smao sind Parallelanrufe unbegrenzt, in jedem Tarif, auch im Pay as you Go. Die veröffentlichten Grenzen der anderen lesen sich anders: fonio.ai nennt in der eigenen Tarifübersicht einen gleichzeitigen Anruf im Solo-Tarif für 99 € im Monat, fünf im Team-Tarif für 299 € und zwanzig ab dem Business-Tarif für 799 €. Synthflow startet mit fünf, Vapi mit zehn, Retell AI mit zwanzig. Wer mehr braucht, wechselt den Tarif oder verhandelt.

Ein Assistent, der beim zweiten gleichzeitigen Anrufer besetzt ist, löst genau das Problem nicht, für das er gekauft wurde.

Wie schnell man überhaupt testen kann

smao ist in 15 Minuten startklar: 50 Freiminuten, keine Kreditkarte, keine Setup-Fee, und auf Wunsch richtet das Team die komplexeren Abläufe gemeinsam mit dir ein. Kein Discovery-Call, kein Angebot, keine Rollout-Planung.

Bei Parloa, telli und dem VoiceBot von CallOne steht am Anfang ein Vertriebs- oder Beratungsgespräch, bevor überhaupt ein Preis auf dem Tisch liegt. Bei den Entwickler-Plattformen steht am Anfang ein Entwicklungsprojekt. Beides kann richtig sein, kostet aber Wochen, bevor der erste echte Anruf läuft.

Einsatzbereiche und Zielgruppen

Für den DACH-Mittelstand, der Telefonprozesse selbst konfigurieren will, ist smao die vollständigste Wahl im Feld: Telefon, Chat und E-Mail auf einer Wissensbasis, Inbound und Outbound inklusive Kampagnen ab dem Einstiegsmodell, 70+ Integrationen inklusive ITSM und deutscher Telefonanlagen, Anrufanalysen mit Folge-Workflows und White-Label für Systemhäuser und Agenturen. Kein anderer Anbieter in diesem Vergleich deckt diese Spannweite ab.

fonio.ai ist der nächstliegende Vergleichspunkt und in der Funktionsbreite nah dran, unterscheidet sich aber im Datenpfad und in den Tarifgrenzen. Branchenlösungen wie VITAS, der in Doctolib integrierte Assistent und cituro sind in ihrer Nische stark und außerhalb davon nicht gedacht. Bei Placetel und CallOne ist die KI eine Erweiterung des Telefonie-Produkts, kein eigenständig entwickeltes. Parloa und telli setzen Projektbudget und Vertriebsprozess voraus. Synthflow, Vapi, Retell AI, Bland AI und ElevenLabs sind englischsprachig geführte Plattformen für technische Teams, ohne deutschsprachigen Support und ohne Fertigintegrationen für den DACH-Toolstack.

Datenpfade und Souveränität

Der Punkt, an dem sich das Feld am klarsten sortiert, und der einzige, bei dem eine Fehlentscheidung nachträglich teuer wird. Die Bilanz über alle sechzehn Anbieter:

  • Zwei schließen US-Anbieter in der Gesprächsverarbeitung ausdrücklich aus: smao und VITAS.
  • Vier benennen US-Sprachmodelle offen: fonio.ai im eigenen AVV, Parloa über den Azure OpenAI Service, CallOne über ChatGPT-Technologie, ElevenLabs über OpenAI, Anthropic und Google.
  • Bei den übrigen geht aus den öffentlichen Seiten nicht hervor, welche Modelle das Gespräch verarbeiten, oder die Modellwahl liegt beim aufbauenden Team.
  • Einer kann vollständig auf eigener Infrastruktur betrieben werden: smao. On-Premises bietet in diesem Feld sonst niemand an.

Unser Fazit

Wenn du im DACH-Raum sitzt, schnell produktiv sein willst und deine Gesprächsdaten nicht durch US-KI-Dienste laufen sollen, bietet smao das vollständigste Gesamtpaket: Hosting in Deutschland ohne OpenAI und ohne US-KI-Subprozessoren, kein KI-Training mit Kundendaten, unbegrenzte Parallelanrufe in jedem Tarif, drei Kanäle auf einer Wissensbasis, Einstieg ohne Grundgebühr und als einziges Produkt im Feld die Option, alles auf eigener Infrastruktur zu betreiben.

Und egal, für wen du dich entscheidest, die Reihenfolge der Prüfung bleibt dieselbe: zuerst klären, welche KI-Systeme das Gespräch verarbeiten, dann prüfen, was nach dem Gespräch in deinen Systemen passiert, dann den Preis auf dein tatsächliches Gesprächsprofil umrechnen statt Einstiegspreise zu vergleichen. Erst danach lohnen sich Demos. In dieser Reihenfolge entscheidet dein Betrieb, nicht die beste Präsentation.

Was wir dabei nicht behaupten: dass smao für jeden der richtige ist. Für Praxen gibt es spezialisiertere Produkte, für Contact-Center mit eigenem Routing-Regelwerk größere Plattformen, für Entwicklerteams flexiblere Baukästen. Welche Fälle das sind, steht direkt im nächsten Abschnitt, und die Übersichtstabelle ganz unten macht die Unterschiede in einer Ansicht sichtbar.

Wann ein anderer Anbieter die bessere Wahl ist

Ein Vergleich, in dem der eigene Anbieter jede Zeile gewinnt, ist keiner. Diese Fälle sprechen gegen smao:

  • Du führst eine Praxis, ein MVZ oder eine Klinik: Dann gehören VITAS und der in Doctolib integrierte Assistent (vormals aaron.ai) auf die Liste. Beide decken Praxisabläufe wie Rezeptbestellung und Überweisung ab und bringen eine Zertifizierungslage mit, die smao in dieser Form heute nicht hat.
  • Du bist Einzelunternehmer mit wenigen, langen Anrufen im Monat: Dann ist ein Pro-Anruf-Tarif wie bei IONOS ab 39 €/Monat wahrscheinlich günstiger als jedes Minutenmodell.
  • Telefonie und KI sollen aus einer Hand kommen und deine Anlage steht ohnehin zur Ablösung an: Dann spricht viel für Placetel oder CallOne.
  • Du baust ein eigenes Produkt, in dem Voice nur ein Baustein ist, und hast Entwicklerkapazität: Dann sind Vapi, Retell AI, ElevenLabs Agents oder Bland AI flexibler als jedes Fachprodukt.
  • Du betreibst ein großes Contact-Center mit eigenem Routing-Regelwerk über hunderte Agents: Dann gehört Parloa in die Auswahl.

Quellen und Prüfstand

Alle Wettbewerberangaben stammen aus öffentlichen Anbieterquellen: Websites, Produkt- und Preisseiten, Dokumentation sowie im Fall von fonio.ai dem veröffentlichten Auftragsverarbeitungsvertrag. Angaben zu fonio.ai, Parloa und ElevenLabs sind auf Stand Juli 2026 geprüft, alle übrigen Anbieter, darunter telli und Retell AI, auf Stand August 2026. Angaben zu smao stammen von den eigenen Produkt-, Architektur- und Preisseiten.

Wo eine Angabe öffentlich nicht auffindbar war, steht „öffentlich nicht ausgewiesen“ und keine Vermutung. Wo in anderen Vergleichen Preise kursieren, die nicht vom Anbieter selbst stammen, nennen wir bewusst keine Zahl, etwa bei Parloa. Preise, Tarifgrenzen und Funktionsumfang ändern sich in diesem Markt schnell und teilweise über Aktionspreise: Prüfe den aktuellen Stand vor einer Entscheidung direkt beim jeweiligen Anbieter.

Übersichtstabelle: 16 KI-Telefonassistenten

Alles auf einen Blick. Statt einer DSGVO-Spalte steht hier der Datenpfad: Ein Häkchen bei „DSGVO“ trügen fast alle, und genau deshalb unterscheidet es sie nicht. Die Frage, welche KI-Systeme das Gespräch verarbeiten, unterscheidet sie sehr wohl. Preise sind Einstiegspreise; die tatsächliche Rechnung ergibt sich aus Volumen, Modulen und Abrechnungseinheit.

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